2017 Jom Jeruschalajim (Jerusalem-Tag)

Der Jerusalem-Tag in diesem Jahr stand ganz im Zeichen von 50 Jahren Wiedervereinigung der vor 1967 geteilten Hauptstadt Israels.
Erinnern wir uns: auf der ganzen Welt gab es gleich zwei Hauptstädte, die durch Mauer und Stacheldraht in Ost und West getrennt waren – Berlin und Jerusalem.
Vor genau 50 Jahren, Anfang Juni 1967, stand Israel mit seiner geteilten Hauptstadt vor der Vernichtung. Danach aber staunte die Welt: Der unbändige Lebenswille Israels setzte sich gegen alle Widrigkeiten durch, und aus tödlicher Bedrohung wurde Neuanfang.

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Was als „Sechs-Tage-Krieg“ oder „Juni-Krieg“ bekannt wurde (vom 5. bis zum 10. Juni 1967),  brachte den Fall der Mauer zwischen Ost- und West-Jerusalem mit sich. Zur Erinnerung an die Jerusalemer Fassung des Mauerfalls findet seither alljährlich der „Jerusalem-Tag“ statt. Auch in der Budge-Stiftung wird dieser Tag gefeiert, dieses Jahr am Dienstag, den 6.6., mit einem Kaffeenachmittag mit Kuchen aus Israel. Dabei wurden im Rosl-und-Paul-Arnsberg-Saal Erinnerungen an Jerusalem miteinander geteilt.
Rabbiner Steiman moderierte ein sehr lebendiges Gespräch, bei dem viele Bewohner ihre Erinnerungen  derart miteinander teilten, dass daraus ein Gespräch mit Teilnehmern im ganzen Saal wurde – mit fast 100 Teilnehmern! Der Rabbiner kommentierte die Beiträge jeweils kurz und ging mit dem Mikrofon zur nächsten Bewohnerin oder Bewohner über, der oder die weitere Erinnerungen oder Anekdoten für alle zu erzählen hatten. So konnte die 100jährige (!) Frau Rosenthal haarscharf berichten von Ereignissen, die sehr lange zurückliegen. Frau Elsbach bot eine lustige Geschichte über ihre Hochzeitsreise 1943 nach Jerusalem und das Tote Meer zum Besten, und es gab auch was zu Lachen. Frau Graf verlas einen eindrucksvollen Bericht eines Fallschirmjägers, der vor genau 50 Jahren während der Kämpfe vor der „Klagemauer“ stand. Dazwischen auch Fragen an die „Jerusalemer“ in der Runde über weitere Erfahrungen. Auch Herr Dietrich schloss sich mit einer Jerusalem-Geschichte an. Rabbiner Steiman erklärte die Ursprünge des Brauchs, Zettel mit Gebeten in die Mauerritzen der „Klagemauer“ zu stecken und zeigte dazu einen kurzen Film, wie selbst der Papst diesen Brauch bei einem Besuch in Jerusalem folgte. Ebenfalls gab es einige historische Filmausschnitte in schwarz/weiß, die das Geschehen vor 50 Jahren sehr eindrucksvoll dokumentierten. Als Kontrast dazu folgte ein Kurzfilm über das moderne Jerusalem, den der Rabbiner sehr kurzweilig und informativ kommentierte - er hat an der Uni in Jerusalem studiert und sich als Student etwas als Fremdenführer dazu verdient. Davon konnten die Bewohner der Budge-Stiftung an diesem „Jeruslaem-Tag“ profitieren. So erfuhren selbst  viele Bewohner, die mehrfach in Israel waren, nach eigenen Angaben durchaus Neues über Jerusalem.
Im Saal war man sich nach über zwei Stunden spannender Unterhaltung zum Thema „Jerusalem“ einig: am schönsten sind Erinnerungen, wenn man sie in guter Gesellschaft teilt und dabei Neues erfährt. „Man lernt nie aus“, kommentierten Herr Sebald, Frau Hebel und Herr Kabisch fast wie im Chor am Ende der Veranstaltung – und um sie herum zustimmendes Nicken und Lächeln.
Der Nachmittag klang dann aus, wie er begann: mit Musikstücken über Jerusalem, zu eindrucksvollen Bildern der „goldenen Stadt“. Auch wenn in Jerusalem der Frieden nicht erreicht ist: die ewige und wiedervereinigte Hauptstadt Israels bot uns an diesem Nachmittag ein Vorbote auf den Frieden, den diese Stadt innewohnt – wenn man nur will.

Vielleicht ist nächstes Jahr in Jerusalem Frieden. Zu hoffen ist es.