Letzter Teil der Vortragsreihe Deutscher Geschichte

In Anknüpfung an den 8. Teil der Vorträge knüpfte Frau Nehrdich nochmals an die Flucht und Vertreibung der Menschen aus machtpolitischen Gründen. 1915 Vertreibung der Armenier, 1, 5 Millionen Menschen starben. Ab 1939 wurden die Polen vertrieben. Geschuldet war dies dem Abkommen zwischen Hitler und Stalin. Die Letten und Esten wurden nach Russland getrieben, die deutschstämmigen Deutschen mussten ins Reich zurück. Sechzehn Millionen Menschen wurden während des Krieges „verschoben“.
Eine Landkarte zeigt welche Menschen betroffen waren zwischen 1939 bis 1944, die kleinen Sterne zeigen die jüdische Bevölkerung, die es betraf, an. Die Pfeile sind unterschiedlich stark. Die dicken Pfeile stehen für über eine Million der Deportierten, Umgesiedelte und Flüchtlinge. Die mitteelgroßen Pfeile zeigen  die Zahl über Hunderttausend, die Dünnen über zehn Tausend Menschen an. Die zweite Karte zeigte uns welche Bewegungen es zwischen 1944 bis 1952 gab. Eine solche Verschiebung gab es in keinem Krieg zuvor.

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Datum der Kapitulation: 1945 am 8. Auf den 9. Mai
Die Potsdamer Konferenz vom 17. Juli bis zum 2. August, offiziell als Dreimächte-Konferenz von Berlin bezeichnet, war ein Treffen der drei Hauptalliierten des Zweiten Weltkriegs nach dem Ende der Kampfhandlungen in Europa, zur Beratung auf höchster Ebene über das weitere Vorgehen. Folgende Personen waren anwesend: der britische Premierminister  Winston Churchill, der US-Präsident Harry S. Truman und der sowjetische Generalissimus Josef Stalin.
Große Schuld liegt auf dem Volk. In der deutschen Gesellschaft rumort es. Das Land war zerstört, elf Millionen Vertriebene mussten beschäftigt werden. So begann der Wiederaufbau als positives Instrument. Integration funktionierte plötzlich.
Deutschland hatte große Vorkommen an Kohle und Stahl. Die Montanunion wurde gegründet. Eine Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl. Allen Mitgliedstaaten hatten Zugang ohne Zoll zahlen zu müssen. Dazu gehörten außer Belgien, Frankreich, Italien, Luxemburg und die Niederlande.
Adenauers Ära begann 1949. Adenauers erste Regierungserklärung folgte am 20. September und sein erster Besuch bei den Hohen Kommissaren der Alliierten am 21. September. Robert Schumann, war ein französischer Staatsmann mit ursprünglich deutscher Staatsbürgerschaft.  Adenauer und Schumann waren sich darüber einig, dass es keinen Krieg mehr geben dürfe.
Das Gesetz über den Lastenausgleich aus dem Jahr 1952 hatte zum Ziel, Deutschen, die infolge des Zweiten Weltkrieges und seiner Nachwirkungen Vermögensschäden oder besondere andere Nachteile erlitten hatten, eine finanzielle Entschädigung zu gewähren.

Aufseiten der Bundesrepublik Deutschland bestand zwischen den die Demokratie bejahenden Parteien Konsens, dass die Opfer der NS-Rassenpolitik entschädigt werden müssten. Für Konrad Adenauer und David Ben Gurion gehörten Moral, Staatsräson und Realismus zusammen. 1965 gab es die ersten diplomatischen Beziehungen. Menachem Begin war Ministerpräsident und Außenminister Israels. Nachdem er zunächst aus Polen vor den deutschen Besatzern geflohen war, gelangte er über die Sowjetunion in das Mandatsgebiet Palästina. Er lehnte die finanzielle Entschädigung ab, damit könne das Unrecht nicht wieder gut zu machen sein.
Berlin wurde in vier Sektoren aufgeteilt. Noch jeder konnte ungehindert von West nach Ost innerhalb der Stadt. Die Sowjetunion richtet eine Blockade in West Berlin vom 24. Juni 1948 bis 12. Mai 1949 ein. Als Folge dieser Blockade konnten die Westalliierten West-Berlin, das als Enklave in der sowjetischen Besatzungszone lag, nicht mehr über die Land- und Wasserverbindungen versorgen. Die Blockade war Druckmittel der sowjetischen Seite mit dem Ziel, über Westberlin schließlich Deutschland in das eigene wirtschaftliche und politische System einzuordnen. Die Westalliierten begegneten der Blockade durch die Berliner Luftbrücke und eine Gegen-Blockade. Erinnerungen einiger Bewohner an amerikanische Flugzeuge, die zum Beispiel Schokolade abwarfen, waren gegenwärtig.
Maßgeblich beeinflusst durch Nikita Chruschtschow entstand eine Zwei-Staaten-Theorie. So war die DDR geboren. 1955 reist Adenauer nach Moskau, unter Mithilfe des Politikers Carlo Schmid verhandelt er, wie es heißt „durch feinste Diplomatie“ über die Beziehung zu Moskau. Adenauer musste zusagen, dass die Nazis vor Gericht gestellt werden.
Der erste Auschwitz-Prozess findet 1963 statt. Im ersten Prozess von Fritz Bauer, dem „Remer-Prozess“ geht es um Wiederstands Kämpfer und die Bedeutung dass die NS als Unrechtsstaat betitelt wurde. Fritz Bauer, der nicht viel Zustimmung in Deutschland bekam, erfährt über den israelischen Geheimdienst Mossad, wo sich Eichmann aufhält. Er wird gekidnappt und in Israel vor Gericht gestellt.
„Wandel durch Annäherung“ , Konzentration auf gemeinsame Interessen in der Ostpolitik begann mit der Regierung Willy Brand und Walter Scheel zwischen 1969 und 1989.
Johannes Paul II. bürgerlich Karol Józef Wojtyła in Polen geboren, soll gesagt haben: „Deutsche Gebiete sind polnisch und bleiben polnisch“. Die Bewohner erinnerten sich an den berühmt gewordenen Kniefall von Willy Brandt in Warschau 1970. Es war eine Demutsgeste im Rahmen der von Willy Brandt und seiner Regierung betriebenen Ostpolitik am Ehrenmal für die Toten des Warschauer Ghettos. Ob es geplant gewesen sei, wurde er gefragt. „Nein, es war eine spontane Geste.“
Frau Nehrdich empfahl den Besuchern, die mehr über einflussreiche Bürger der Nazizeit wissen möchten, das „Braunbuch“.
Zu der  „68“ Revolte, Studentenbewegung und Aufarbeitung des Nazi-Regimes hatten die Zuhörer viele eigene Beispiele und Erinnerungen.
Im Herbst wird es neue Vorträge zum Thema „weitgehend um Kunst“ handeln. Frau Nehrdich freut sich über zahlreiche Besucher.