"Ich bin keine politica"

1.gertrud

Ohne weisses Spitzenhäubchen – jedoch mit langer weinrot/lila Robe mit Schößchen, erschien Goethes Mutter in Gestalt von Gertrud Gilbert. Sie hatte viele Briefe im Gepäck, die „Frau Aja“ so der Spitzname von Catharina Elisabeth Goethe, ihrem Sohn Johann Wolfgang schrieb. Vorgelesen hat Frau Gilbert natürlich in Frankfurter Mundart.

gertrus.dietrichMichael Dietrich vom Sozialdienst Betreutes Wohnen begrüßt Frau Gilbert

Es war die Zeit in Frankfurt während der Französischen Revolution. König von Preußen war zu dieser Zeit Friedrich Wilhelm II.
Johann Wolfgang von Goethe lebte zu dieser Zeit in Weimar mit Christian Vulpius, die er später heiratete.

gertrud

Über seine Mutter schrieb Goethe:
„Vom Vater hab ich die Statur,
Des Lebens ernstes Führen,
Vom Mütterchen die Frohnatur
Und Lust zu fabulieren.“

Gertrud Gilbert war schon häufig zu Gast in der Budge-Stiftung. Über sich selbst berichtet Sie:
„Meine Vorliebe für klassische Literatur spiegelte sich zuerst in einem musikalisch-lyrischen Spiel von Eichendorffs "Taugenichts", der auch im fortgeschrittenen Alter noch immer "auf Wanderschaft" ist; es folgten ein Theaterstück und die Briefe von Goethes Mutter, die mit ihrem weichen Frankfurter Dialekt auch im Norden, Osten und Westen Deutschlands gerne gehört wird, ein lyrisch musikalisches Programm zu Goethes Leipziger Jahren, ein selbst geschriebenes Theaterstück um Werthers Lotte und zu den beiden gerade hinter uns gelassenen Schillerjahren eine "Betrachtung" seiner Schwägerin Caroline v. Wolzogen. - Inzwischen sind seit 1992 schon 30 Programme zusammengekommen.