2017 Jüdisches Neujahrskonzert

„Dies ist der Abend und letzte Schabbat des alten jüdischen Jahres,“ so der Rabbiner der Budge-Stifung, Andrew Steiman. Er begrüßte Gäste der Gesellschaft für jüdisch-christliche Zusammenarbeit aus dem Main/ Taunus Kreis. Ebenso willkommen hieß er die Künstlerin Ursula Kurze, die das jüdische Neujahrskonzert gestaltete.

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Mitgebracht hatte der Rabbiner ein Schofar aus Widderhorn, sowie ein Antilopenhorn, welches die Juden in Afrika benutzen. Das Blasen ist zugleich das Signal für Erneuerung. Das neue Jahr, Rosch HaSchana 5778 beginnt am 20. September, abends, laut des jüdischen Kalenders. Rabbiner Steiman erzählte die Geschichte als Abraham mit seinem Sohn Isaak auf den Berg ging um ihn für Gott zu opfern. Das war so üblich, das Liebste, was man hatte, zu opfern. Der Geschichte nach hatte sich ein Widder im Dickicht verfangen, so geht Abraham den Berg hinunter mit seinem Sohn. Dort erwartete ihn das Volk, welches das Horn gehört hatte. „Mein Gott will das nicht“ sprach Abraham.

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Gestaltet wurde das diesjährige Neujahrskonzert von Ursula Kurze mit Werken von und über die jüdische Dichterin Mascha Kaléko: „Alle sieben Jahre wandelt sich dein Wissen…“

Ursula Kurze gestaltete ein musikalisch-literarisches Porträt. Sie las aus dem Werk, erzählte aus dem Leben der Dichterin und sang Gedichte -  in eigener Vertonung, alles Eigenkompositionen.
Leben und Werk berühmter Dichterinnen ist die Leidenschaft der Ursula Kurze. „Sie macht Gedichte, die so einfach sind, dass sie jeder kapiert, weil es Dinge sind, die wir alle erleben: die Kindheit, die kleine und die große Liebe, die Traurigkeit beim Gedanken an gestern und morgen. Das Quäntchen Spott bei allem Gefühl vertreibt jegliche Sentimentalität aus ihren Versen, macht sie so reizvoll und bemerkenswert...“
Mascha Kaléko wird 1907 in einer jüdischen Familie als Tochter eines russischen Vaters und einer österreichischen Mutter im galizischen Schidlow (heute Chrzanow) geboren. Sie wird durch den Ersten Weltkrieg mit ihrer Familie ins deutsche Marburg verschlagen. Sie findet in den Zwanzigerjahren ihre zweite, fast schon eigentliche Heimat in Berlin.
Sie schließt sich dort als junge Frau der literarischen Boheme an, veröffentlicht im Januar 1933 ihre Verse erstmals gesammelt als Buch unter dem Titel „Das lyrische Stenogrammheft“ , emigriert 1938 mit ihrem zweiten Ehemann und ihrem Sohn in die USA und übersiedelt 1966 nach Israel.Sie erwägt im Alter ihre Rückkehr nach Berlin, ihr Tod im Jahre 1975 in Zürich (auf der Reise nach Deutschland) kommt dem jedoch zuvor.