Gottesdienste und Seelsorger

Die Seelsorger der Stiftung stellen sich vor

Die Seelsorger der Henry und Emma Budge-StiftungDie Seelsorger der Henry und Emma Budge-Stiftung:
Rabbiner Andrew Steiman, Pfarrerin Gisa Reuschenberg und Diakon Franz Reuter.

 

Jüdischer Gottesdienst

Henry und Emma Budge-Stiftung: SynagogeRabbiner Andrew Steiman
Tel.: 069 / 47 87 1 -249

Gebetszeiten:
In der Synagoge. Aktuelle Gebetszeiten finden Sie im Bereich "Aktuelles"

 

 

 

Katholische und evangelische Kirche

Diakon und Gemeindepsychologe Franz Reuter
Tel.: 069/43059065  -  Mobil: 01577/9747893  -  Büro:069/94332215  -  E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Pfarrerin Gisa Reuschenberg
Tel.: 0170 / 24 222 84                       

Christliche Feste

      Pfingsten

      Ostern

 

Katholische Kirche:

Henry und Emma Budge-Stiftung: KapelleLebensbegleitung für die Menschen, die im Haus wohnen oder arbeiten und für ihre Angehörigen

Gottesdienst
findet 14-tägig donnerstags um 15.30 Uhr statt:

Kasualhandlungen am Krankenbett
Beerdigungen und Trauerbegleitung

 

Evangelische Kirche:

Henry und Emma Budge-Stiftung: ErntedankfeierLebensbegleitung für die Menschen, die im Haus wohnen oder arbeiten und für ihre Angehörigen

Gottesdienste:
Sonntags, 10.00 Uhr, Kapelle
Dienstags, 10.00 Uhr, Wohnbereich 5

Hausabendmahle
Beerdigungen und Trauerbegleitung
Offene Kirche: Freitags, 10.00 Uhr, Kapelle

 

Ökumene

Ökumenische Gottesdienste:

Erntedank, Totengedenken, 1. Advent
Gottesdienst zum Hl. Abend
Gottesdienst zum Jahresschluss

 

Kommentar zu den Veranstaltungen

Gottesdienst
Regelmäßige Gottesdienste sonntags, dienstags und donnerstags sind uns wichtig. Wir begreifen die Gottesdienste als Teil unserer Arbeit an und in der Welt. In ihnen richten wir uns zum Leben auf, um für das Leben in diesem Haus, in der Stadt und auf dieser Erde einzutreten durch Eintritt in den Dialog Gottes mit uns.
Wir nehmen im Gottesdienst auch Teil am gemeindlichen Leben in unserem Land und unserem Stadtteil.

Offene Kirche
Die Gottesdienstvorbereitungstreffen freitags, 10.00 Uhr, dienen der Beziehungspflege und dem besseren Kennenlernen der Menschen, die mit uns in eine Auseinandersetzung um die Auslegung der biblischen Texte treten wollen.
Uns liegt besonders die Frage nach einem neuen Verständnis dieser Texte auf dem Hintergrund der Shoa und der Rolle der christlichen Auslegungs- und Kirchengeschichte in diesem unsäglichen Geschehen am Herzen.

Freitags – 14 -tägig:
09.08.; 23.08.; 06.09.; 20.09.; 18.10.; 01.11.; 15.11.; 29.11.; 13.12.

Vor- und Nachbereitung der ökumenischen Fahrten zu den Gedenkstätten

Diese Gruppentreffen finden freitags 14-täglich um 15.00 Uhr in der Kapelle statt.

Wir treffen uns mit denjenigen, denen das Gedenken an die Verfolgten und Ermordeten des nationalsozialistischen Terrors und die Benennung des Furchtbaren und der Täter ein Anliegen ist.

In dieser Gruppe sind Angehörige aller Altersstufen der Kriegs-, Nachkriegs- und jungen Generation und aller vertretenen Religionen und Konfessionen.

Wir besuchten bis dato (Mai 2010) bereits die Gedenkstätten in Buchenwald, Bergen-Belsen und Pirna Sonnenstein.

Wir erlebten Gutes miteinander, besonders auch schweigsame gemeinsame Trauer. Das hält uns beieinander und veranlasst uns zu weiteren gemeinsamen Unternehmungen und Gesprächen.
Neue Fragen und bislang Unbedachtes dringen ins Bewusstsein und lassen uns weiter forschen, gedenken und betrauern. Auch die eigene Lebensgeschichte erscheint manchmal in einem anderen Licht.

Darüber hinaus wächst Einfühlsamkeit in die Lage der heute verfolgten und bedrohten Menschen. Es wächst auch die Entrüstung über andauernde ungerechte und mörderische Worte und Taten unter den Menschen und durch unmenschliche Regime.

Unsrer Sehnsucht nach Ausgleich und Frieden geben wir wiederum in unseren sonntäglichen Gottesdiensten Ausdruck.

                                                     

Pfingsten

An Gott glauben fast alle Menschen. Wie aber können wir unser Glaubensleben richtig gestalten? Wie kann ich Gott in meinem Leben wahrnehmen? Was bereichert wirklich unser Leben und gibt ihm Qualität? Antwort auf diese Fragen können wir erhalten, wenn wir uns überlegen, welcher GEIST unserem Handeln zugrunde liegt.
Unser Glaube kennt den Heiligen Geist. Er ist es, der uns führen und begleiten will, um in den vielfältigen Fragen des Lebens gute Wege und Entscheidungen zu finden.
Wer sich dem Geist Gottes aussetzt, versucht in all seinem Handeln auf ihn zu hören, wird in vielen Bereichen seine Stärke erleben. Die vielfältige Weise, wie dieser Geist wirkt, finden wir in den sog. 7 Gaben des Heiligen Geistes zusammengefasst. Es sind die Gaben der WEISHEIT und der EINSICHT, des RATES, der ERKENNTNIS und der STÄRKE, der FRÖMMIGKEIT und der GOTTESFURCHT. Und in dieser Vielfalt des Lebens will der Heilige Geist in uns wohnen und kräftig mitwirken und uns befähigen, aus seinem Geist heraus zu handeln und zu wirken. Wir müssen nur bereit sein, ihm auch Platz in unserem Leben zu geben. Im Johannesevangelium, beim Abschied von seinen Jüngern (Joh 14,15-31) und in der Apostelgeschichte, nach seiner Auferstehung (Apg.1,4-8), tröstet Jesus seine liebsten Freunde mit der Verheißung eines ganz besonderen Geschenkes, eines “Beistandes”, der für immer bei ihnen bleiben werde.
Zu Pfingsten empfangen sie dann den Heiligen Geist, göttliche Kraft, die ihnen ein neues kraftvolles Leben mit Gott ermöglicht und sie zu mutigen Zeugen des Glaubens macht. „Als der Pfingsttag gekommen war, befanden sich alle am gleichen Ort.  2 Da kam plötzlich vom Himmel her ein Brausen, wie wenn ein heftiger Sturm daherfährt, und erfüllte das ganze Haus, in dem sie waren.  3 Und es erschienen ihnen Zungen wie von Feuer, die sich verteilten; auf jeden von ihnen ließ sich eine nieder.  4 Alle wurden mit dem Heiligen Geist erfüllt und begannen, in fremden Sprachen zu reden, wie es der Geist ihnen eingab.“ Apg 2,1-4
Uns Christen wird die Kraft des Heiligen Geistes durch das Sakrament der Taufe zugesagt. Sie ist, so wie Glaube und Liebe, ein Geschenk. Wir können weder beeinflussen, was und wie viel wir noch bewirken, wann wir etwas geschenkt bekommen – es kommt nicht von uns, sondern von außen.
Von bleibender Bedeutung ist, dass Gott sich uns immer zuwendet, uns entgegenkommt und dass wir die Gaben des Heiligen Geistes als einzelne und als Gemeinschaft empfangen zur Gestaltung und Auferbauung des eigenen Lebens und des Lebens der Welt. Schlüsselworte, die uns helfen können, das Wirklichkeit werden zu lassen, sind Vertrauen, Bereitschaft zu Empfangen, Danken und Bitten. Bei den 7 Gaben des heiligen Geistes wird als erste wird die Gabe der WEISHEIT genannt, sie umfasst alle anderen Gaben. Um dieser Gabe auf die Spur zu kommen erinnere ich mich an ein Bild, das ein Kind für den Religionsunterricht nach seinem Geburtstag gemalt hat. Das Bild zeigte ein Kind inmitten von Geschenken. Hübsch eingepackte Pakete und Päckchen waren da zuhauf zu sehen. Dennoch saß das Kind in seinem Reichtum und eine Sprechblase fragte „Wer spielt mit mir?“ Wir alle haben viele Wünsche. Wenn ein Wunsch erfüllt ist, meldet sich gleich der nächste. Oft kommen wir gar nicht dazu, uns an dem zu freuen,  was wir schon haben. „Du hast drei Wünsche frei“ sagt die Fee im Märchen. „Hauptsache Gesundheit“ sagen die einen. „Hoffentlich Arbeit“ andere. Wieder andere träumen vom großen Geld und dem großen Gewinn, wie auch beliebte Fernsehshows immer wieder belegen. Die Werbung empfiehlt Jugend und Schönheit, möglichst für immer. Dauernd komponiert unser Herz Wunschkonzerte, und die Gesellschaft ist wie ein Warenhaus zur Erfüllung unserer großen und kleinen Träume. All das wird unterstützt durch eine in unserer Leistungsgesellschaft angelernte Grundhaltung : “Schaffe, lerne, leiste was – dann haste, biste, kannste was.“ „Alles Gute“, unterschreiben wir leichtsinnig und bedürftig unsere Briefe und Begegnungen. Demgegenüber lesen wir in der Bibel„Ich betete, und es wurde mir Klugheit gegeben; ich flehte, und der Geist der Weisheit kam zu mir 8 Ich zog sie Zeptern und Thronen vor, Reichtum achtete ich für nichts im Vergleich mit ihr.  9 Keinen Edelstein stellte ich ihr gleich; denn alles Gold erscheint neben ihr wie ein wenig Sand, und Silber gilt ihr gegenüber soviel wie Lehm.  10 Ich liebte sie mehr als Gesundheit und Schönheit und zog ihren Besitz dem Lichte vor; denn niemals erlischt der Glanz, der von ihr ausstrahlt.  “ Weish7,7-10 Da wird unsere Wunschliste zusammengestrichen: nicht Macht , nicht Schönheit, nicht Gold und Silber, nicht Leistung und auch „Gesundheit ist der Güter höchstes nicht.“ Um die höchsten Güter wird dort gebetet. Beten  sei „das Training unserer Sehnsucht“, hat Augustinus so schön formuliert. Beten ist gerichtetes Wünschen, Eingeständnis des Mangels und adressiertes Hoffen auf Erfüllung. Das, worum es im Leben und im Sterben geht, kann in diesem Sinne nur erbeten werden. Wir können es nicht machen, nicht zwingen, nicht erlernen oder verdienen. Solches  Wünschen will gelernt und geübt sein.

Was also bleibt, was gilt, worauf ist Verlass? Der Beter (die Beterin) nennt es Weisheit. Ein Wort, das wiederentdeckt wird. Ein Blick in die Esoterikregale der Buchhandlungen und in die Ratgeberseiten der Presse zeigt es: Es herrscht Bedarf nach Ganzheitlichkeit, nach Sinn, nach Versöhnung der Gegensätze, nach rundum gelingendem Leben. Weisheit meint nicht Kopfwissen und angestaute Gelehrsamkeit, das sind nicht Sinnsprüche oder gar Verhaltensregeln. Gemeint ist Lebenswissen, innere Stimmigkeit, Gespür für das Wahre und Gute, der Kompass zur Überfahrt. Darum wird der mit der Gabe der Weisheit beschenkte nicht aufgehen in der Sorge für das Zeitliche, sondern immer das letzte Ziel vor Augen haben. Der von den Nazis verfolgte Pater Alfred Delp drückte es so aus: “Man muss das Segel in den unendlichen Wind stellen; dann erst werden wir spüren, welcher Fahrt wir fähig sind.“ Was in unserem Vers aus dem Buch der Weisheit eindringlich erbeten wird, ist die Unterscheidungskraft zwischen Letztem und Vorletztem. Besitz, Arbeit, Macht, Schönheit, Jugend, Gesundheit: all das wird keinen Augenblick abgewertet. Aber wenn die Weisheit fehlt, kommt der Schwerpunkt des Lebens aus der Bahn. Dann wird aus Vorletztem Letztes; dann suchen wir Heil und Glück in dem, was doch vergänglich ist. „Alles Gute“ meint aber doch mehr und anderes. Die Gabe der Weisheit lehrt, alles mit den Augen Gottes zu sehen. So schreitet der Mensch, von Gott kommend, zu den Dingen der Welt und führt diese auf ihren Ursprung zurück. In dieser Haltung erlebt der weise Mensch die Freuden und die Beschwernisse seines Lebens – alles im Leben kommt ja letztlich aus der Liebe Gottes. Auf den Christen bezogen, hat dies der verstorbene Mainzer Kardinal Volk so ausgedrückt :“Ein Christ ist einer, der die Fragen nicht beiseite schiebt, ein Christ ist vielmehr einer, der alle Fragen der Lebens zuspitzt, und zwar so lange, bis sie nur noch mit dem Verweis auf Jesus Christus beantwortet werden können.“ So bleibt zum Schluss die Feststellung aus dem Talmud: „Ein Mensch bleibt weise, solange er die Weisheit sucht. Sobald er sie gefunden zu haben wähnt, wird er ein Narr.“

In diesem Sinne wünschen Ihnen ein gesegnetes Pfingstfest
Ihre Franz Reuter, Diakon  und Gisa Reuschenberg, Pfarrerin

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Ostern

Ostern ist das höchste Fest der Christenheit. Seine Wurzeln liegen im jüdischen Passah-(Pessach-) Fest. „Ostern ist das christliche Pessach. In der Tat ist Ostern eine „Verchristlichung“ von Pessach, was schon durch die Bedeutung des Begriffs Pessach nachvollziehbar wird. Wörtlich heißt „Pessach“ nämlich: Überschreitung. Beim christlichen Osterfest geht es um die Überschreitung bzw. Überwindung des Todes durch die Auferstehung. So wird verständlich, weshalb das Osterfest in vielen Sprachen auch noch nach dem hebräischen Pessach benannt wird“, schrieb Rabbi Steiman im Veranstal-tungskalender 2010. So heißt Ostern z. B. Pâques, Pasqua, Páscoa, Pasen, Paşti, Πάσχα … Das deutsche Wort „Ostern” leitet sich vom indogermanischen Wort für „Morgenröte” ab. Die Osterzeit beginnt mit dem Ostermorgen und endet 50 Tage später mit Pfingsten.

Bis zum 3. Jahrhundert feierte man Gründonnerstag, Karfreitag und Ostern als einen Festtag, im 3. Jahrhundert wurde dann die Woche vorher, die Karwoche, als Vorbereitungszeit zur Fastenzeit; im 4. Jahrhundert wurden die „drei heiligen Tage” von Gründonnerstag Abend bis Ostersonntag Morgen als Höhepunkt des Kirchenjahres eingeführt.

Das 1. Konzil von Nicäa legte fest, dass der Ostersonntag am 1. Sonntag nach dem 1. Vollmond nach Frühlingsanfang gefeiert wird. Daraus ergibt sich, dass der Ostersonntag nach dem im Westen gültigen gregorianischen Kalender frühestens am 22. März und spätestens am 25. April stattfindet. Die orthodoxen Kirchen berechnen Ostern nach dem julianischen Kalender, der gegenüber unserem gregorianischen derzeit um 13 Tage zurückhinkt. Nach orthodoxer Tradition darf Ostern außerdem nicht vor oder zusammen mit dem jüdischen Pessachfest gefeiert werden. Deshalb feiern orthodoxe und westliche Kirchen das Osterfest meist an unterschiedlichen Sonntagen.

Traditionell wird in orthodoxen und katholischen Kirchen, zunehmend auch in protestantischen, die Osternacht gefeiert. Nachdem wir im vergangenen Jahr an dieser Stelle uns anhand der Liturgie der Osternacht den Inhalt des Festes erschlossen haben, wollen wir es in diesem Jahr mit dem Evangelium der Osternacht versuchen. In diesem Jahr ist das Markusevangelium vorgesehen. Da aber Gründonnerstag, Karfreitag und Ostern eine Einheit bilden, wollen wir das Geschehen im Zusammenhang betrachten. Zunächst der biblische Text:

Mk 15:34-41   34 Und in der neunten Stunde rief Jesus mit lauter Stimme: Eloï, Eloï, lema sabachtani?, das heißt übersetzt: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?  35 Einige von denen, die dabeistanden und es hörten, sagten: Hört, er ruft nach Elija!  36 Einer lief hin, tauchte einen Schwamm in Essig, steckte ihn auf einen Stock und gab Jesus zu trinken. Dabei sagte er: Lasst uns doch sehen, ob Elija kommt und ihn herabnimmt.  37 Jesus aber schrie laut auf. Dann hauchte er den Geist aus.  38 Da riss der Vorhang im Tempel von oben bis unten entzwei.  39 Als der Hauptmann, der Jesus gegenüberstand, ihn auf diese Weise sterben sah, sagte er: Wahrhaftig, dieser Mensch war Gottes Sohn.  40 Auch einige Frauen sahen von weitem zu, darunter Maria aus Magdala, Maria, die Mutter von Jakobus dem Kleinen und Joses, sowie Salome;  41 sie waren Jesus schon in Galiläa nachgefolgt und hatten ihm gedient. Noch viele andere Frauen waren dabei, die mit ihm nach Jerusalem hinaufgezogen waren.

Mk 16: Als der Sabbat vorüber war, kauften Maria aus Magdala, Maria, die Mutter des Jakobus, und Salome wohlriechende Öle, um damit zum Grab zu gehen und Jesus zu salben.  2 Am ersten Tag der Woche kamen sie in aller Frühe zum Grab, als eben die Sonne aufging.  3 Sie sagten zueinander: Wer könnte uns den Stein vom Eingang des Grabes wegwälzen?  4 Doch als sie hinblickten, sahen sie, dass der Stein schon weggewälzt war; er war sehr groß.  5 Sie gingen in das Grab hinein und sahen auf der rechten Seite einen jungen Mann sitzen, der mit einem weißen Gewand bekleidet war; da erschraken sie sehr.  6 Er aber sagte zu ihnen: Erschreckt nicht! Ihr sucht Jesus von Nazaret, den Gekreuzigten. Er ist auferstanden; er ist nicht hier. Seht, da ist die Stelle, wo man ihn hingelegt hatte.  7 Nun aber geht und sagt seinen Jüngern, vor allem Petrus: Er geht euch voraus nach Galiläa; dort werdet ihr ihn sehen, wie er es euch gesagt hat.  8 Da verließen sie das Grab und flohen; denn Schrecken und Entsetzen hatte sie gepackt. Und sie sagten niemand etwas davon; denn sie fürchteten sich…
(Text der Einheitsübersetzung)
Der Tod als Sieg

Die Finsternis, die beim Sterben Jesu hereinbricht, macht nicht nur sichtbar, wie es um die Welt steht, sie soll auch das Dunkel „sichtbar machen", in dem der Glaubende sich zu bewähren hat. Denn diesem Dunkel entspricht der Aufschrei Jesu: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?" Nach Markus darf man bei diesem Wort aus Psalm 22 nicht daran denken, dass jener Psalm mit einer wunderbaren Erhörung des Beters endet. Dieser Gebetsschrei offenbart vielmehr die Not des Glaubenden mit dem sich auch dem Glaubenden gegenüber verbergenden, ihm fremden und unheimlichen Gott. Glauben aber heißt, gerade im Dunkel der eigenen Lebens- und Glaubensnot an dem Gott festhalten, der sich als Vater und als Freund des Menschen offenbart hat, als der Gott der Glaubenden („Mein Gott, mein Gott ...!") und der immer wieder dazu auffordern ließ, ihn anzurufen in jeglicher Not (vgl. Mk 14, 38: „Wacht und betet, damit ihr nicht in Versuchung geratet!" und Mk 11, 22 f.: „Ihr müsst festen Glauben an Gott haben. Amen, ich sage euch: Wenn jemand zu diesem Berg sagt: Heb dich empor und stürz dich ins Meer, und wenn er in seinem Herzen nicht zweifelt, sondern glaubt, dass geschieht, was er sagt, dann wird es geschehen!"). Die, die das miterleben - außer dem Hauptmann in römischen Diensten -, begreifen nicht, was hier geschieht, wie Jesus sich in Gott selbst voll Vertrauen „festmacht", um seinen Gehorsam bis zum Äußersten zu bewähren. Dann schreit Jesus noch einmal laut auf und stirbt. Dieser laute Schrei kann aber nicht als Ausdruck äußerster Verzweiflung verstanden werden. Es ist vielmehr ein Schrei des Sieges, der die Wende der Geschichte einleitet, wie der nachfolgende Vers zeigt: „Da riss der Vorhang im Tempel (zwischen dem Heiligen und dem Allerheiligsten, dem Ort der Gegenwart Gottes) von oben bis unten entzwei. Eine neue Gemeinschaft zwischen Gott und Mensch hebt an, in die alle Menschen eingeschlossen sind, auch die Heiden. Der erste, der diesem neuen Bund zugehört, ist der „Hauptmann unter dem Kreuz". Er begreift, was hier geschieht, er glaubt: „Als der Hauptmann, der Jesus gegenüberstand, ihn auf diese Weise sterben sah, rief er aus: Wahrhaftig, dieser Mensch war Gottes Sohn!" Nicht als Verzweifelter stirbt Jesus, sondern als Glaubender; nicht das eigene Geschick beschäftigt Jesus in den letzten Augenblicken seines Daseins, sondern Gott, Gottes Wille, Gottes Nähe; nicht als einer, der anderen flucht, stirbt Jesus, sondern als einer, der betet und sich ganz in die Hand Gottes gibt. Jesu Tod eröffnet die Möglichkeit und Wirklichkeit des Glaubens. Der Gekreuzigte offenbart Gott in seiner ganzen Wirklichkeit, gerade den Gott, der sich in Jesus den Menschen endgültig zugewandt hat. Der Tod Jesu ist so der Beginn neuer Lebenswirklichkeit, der Wirklichkeit des Glaubens und der Glaubenden, die durch den Glauben an den Gekreuzigten und in seiner Kraft das Böse und Unheilvolle dieser Weltwirklichkeit zu bestehen und zu überwinden vermögen.

Die Geschichte vom Auffinden des leeren Grabes durch Frauen am Ostermorgen (16,2-9), mit der das Markusevangelium endet, macht abschließend klar, was glauben heißt: Der Botschaft des Evangeliums vertrauen gerade angesichts des Grabes Jesu und aller Gräber dieser Welt, welche ja noch immer den Unheilszustand und den „Sackgassencharakter" der gegenwärtigen Weltwirklichkeit symbolisieren: dass Gott mitten im Dunkel dieser Welt den Glaubenden nahe ist und ihnen diese Welt in Hoffnung und Liebe bestehen hilft auf den Ostermorgen der verwandelten Welt hin, der uns noch bevorsteht. So gilt es also, sich vertrauensvoll auf den Weg „nach Galiläa", das heißt in diese Welt und ihre Wirklichkeit, zu machen, um im gehorsamen Vertrauen auf den Vater Jesu Christi und in der Kraft des Sohnes Gottes, unseres Herrn, in der Gemeinschaft der Glaubenden dem Auferstandenen zu begegnen: „Geht und sagt seinen Jüngern und dem Petrus: Er geht euch voraus nach Galiläa, dort werdet ihr ihn sehen!"

Für Pessach und Ostern wünschen wir Ihnen Chag Same’ach und gesegnete Festtage
Ihr Diakon Franz Reuter und Pfarrerin Gisa Reuschenberg

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